Gedenkpavillon im Nikolauskloster

Seit 2014 befindet sich im Park des Nikolausklosters diese Gedenkstätte für Oblatenmissionare, die ihr Leben für den Glauben gegeben haben. Ganz unterschiedliche Lebens- und Leidenswege finden sich hier, die Zeugnis ablegen für einen unerschütterlichen Glauben. Der Gedenkpavillon ist ein Ort des Gedenkens, der auch herausfordert, die Frage nach der Ernsthaftigkeit des eigenen Glaubens zu stellen. Er ist nicht zuletzt auch ein Ort der Solidarität mit denen, die auch heute noch wegen des Glaubens an Jesus Christus verfolgt werden.

Bereits hier auf der Homepage können sie einen ersten Einblick in das Zeugnis der Oblatenmärtyrer erhalten. Für weitere Informationen laden wir sie herzlich zu einem Besuch ein.

Francisco Esteban Lacal und Gefährten

Ihr Leben:

Bei den 23 Märtyrern handelt es sich um einen Familienvater und um Studenten, Brüder und Patres der Oblaten, die während des Spanischen Bürgerkriegs am 22. Juli 1936 von einer Gruppe bewaffneter Milizionäre im Oblatenkloster in Pozuelo bei Madrid gefangengenommen wurden. Man durchsuchte das Kloster vergeblich nach Waffen und internierte 38 Oblaten. Zwei Tage später wurden sieben von Ihnen exekutiert. Die restlichen Oblaten wurden noch am selben Tag zunächst unerwartet befreit und suchten Zuflucht in Privathäusern. Im Herbst suchte man wieder nach Ihnen. Am 7. November 1936 wurden zwei weitere Oblaten erschossen, am 28. November traf es 13 weitere Mitbrüder. Mit den Oblaten erlitt auch Candido Castan, Vater zweier Kinder, das Martyrium. Er war ein guter Freund der Oblaten und ein sehr frommer Mann.

Für alle 23 gilt, dass sie weder beschuldigt noch verurteilt wurden. Sie konnten sich nicht verteidigen und erhielten keine Erklärung. Sie starben nur, weil sie Christen waren. Am 17. Dezember 2011 wurden sie in Madrid seliggesprochen.

Pater Josef Cebula OMI

Sein Leben

Josef Cebula wurde am 23. März 1902 in Malnia in Schlesien geboren. Mit 19 Jahren trat er in den Missionsorden der Oblaten ein. In Lublinitz war Pater Cebula von 1923 bis 1937 Hausoberer und Lehrer am damaligen Juniorat der Oblaten, einem Internat zur Förderung von Oblatenberufungen.

In Markowice war Pater Cebula von 1937 bis 1941 Novizenmeister, d.h. Ausbilder für die jungen Oblaten. Er war zudem Volksmissionar und ein gesuchter Beichtvater. Die Gestapo verhaftete ihn 1941, weil er trotz des Verbotes als Priester tätig zu sein, Seelsorge betrieb und den Glauben mit Leidenschaft verkündete. Pater Cebula verstarb im KZ Mauthausen, man vermutet heute am 9. Mai 1941. 

Pater Mario Borzaga OMI

Sein Leben:

Mario Borzaga wurde in Trient als jüngstes von sechs Geschwistern geboren. Im Alter von 20 Jahren trat er der Gemeinschaft der Oblaten bei. Er ging Ende 1957 zusammen mit der ersten Gruppe italienischer Missionare in die Mission nach Laos. Dort erlernte er die Sprache und die Kultur des Landes und das Leben als Missionar. Ende April 1960 machte er sich mit einem jungen Katechisten aus dem Volk der Hmong auf den Weg in einige entlegene Dörfer. Dort verschwand er.

Pater Maio Borzaga wird im Jahr 2016 selig gesprochen, gemeinsam mit den Patres Leroy, Boissel, Coquelet, Waulthier und L'Henoret, die ebenfalls in Laos ihr Leben für den Glauben gegeben haben.

Pater Friedrich Lorenz OMI

Sein Leben

Pater Lorenz wurde am 10. Juni 1897 in Klein-Freden, in der Diözese Hildesheim geboren. Im Jahre 1902 zog seine Familie nach Hildesheim, wo er auch mit den Oblaten in Kontakt kam. Und so zog es ihn 1911 in das Oblateninternat St. Karl ins holländische Limburg. Im August 1916 trat er in das Noviziat der Oblaten ein. Doch schon einen Monat später musste er das Kloster wieder verlassen, und als Soldat im 1. Weltkrieg dienen. Nach dem Krieg trat er wieder in das Kloster ein und legte am 25. Juli 1920 seine ersten Gelübde ab. Am 25. Juli 1923 durfte er seine ewigen Gelübde ablegen und wurde ein Jahr später von Joseph Damian Schmitt, Bischof von Fulda, zum Priester geweiht.

Sein erster Einsatz war hier im Nikolauskloster, von wo aus er als Volksmissionar tätig war. 1934 wurde er in die Diaspora, nach Stettin, versetzt. Am 1. September 1939 musste er erneut in den Krieg, diesmal als Militärpfarrer. Während dieser Tätigkeit verhalf er polnischen Katholiken zur Aufrechterhaltung der Seelsorge. 1940 kehrte er wieder nach Stettin zurück.

Am 28. Juli 1943 wurde er in Torgau er aufgrund von drei Anklagepunkte zum Tode verurteilt: 1. Hören von Feindsendern, 2. Zersetzung der Wehrkraft und 3. Feindbegünstigung. Am 13. November 1944 um 16 Uhr wurde Pater Friedrich Lorenz OMI in Halle/Saale enthauptet.

Bischof Benjamin de Jesus OMI

Sein Leben:

Der 56-jährige Benjamin de Jesus war seit 36 Jahren Oblate, als er am 4. Februar 1997 ermordet wurde. Benjamin de Jesus war ein Ordensmann, der sich auf vielfältige Weise einsetzte. Er verkündete das Evangelium, engagierte sich in schwierigen sozialen Fragen, nahm aktiv an Veranstaltungen für Gerechtigkeit und Frieden teil und setzte sich vor allem für den interreligiösen Dialog zwischen Muslimen und Christen ein. Im Jahr 1992 wurde er zum Bischof der südlichsten Inselgruppe der Philippinen, des Sulu-Archipels, geweiht. Bischof Benjamin de Jesus ist am 4. Februar 1997 vor seiner Bischofskirche in Jolo von Unbekannten erschossen worden.

Pater Jesus Reynaldo Roda OMI

Sein Leben:

Jesus Reynaldo Roda wurde am 5. Februar 1954 in Cotabato geboren. Nach seiner Priesterweihe im Jahre 1980 war er in einer Pfarrei in Manila tätig. Dort begann seine Leidenschaft, mit den armen und vergessenen Menschen zu leben und zu arbeiten. Später arbeitete er für zwölf Jahre auf der Insel Mindanao, bevor er von 1992 bis 1997 in Thailand tätig war.

Nach seiner Rückkehr aus Thailand arbeitete er ab 1998 auf Tabawan, wo er die Mission leitete. Tabawan ist eine von 457 Inseln der Tawi-Tawi-Provinz und liegt etwa 1110 Kilometer südlich von Manila. In der Provinz sind fast 96 Prozent der Einwohner Muslime. Die Gemeinde von Pater Roda zählte drei katholische Familien und 10 – 15 katholische Fischer. Er gründete in der Cotabato Provinz, auf dem Festland Mindanao nordöstlich von Tawi-Tawi, eine Schule, die „Notre Dame High School“. Pater Jesus Reynaldo Roda war vor allem für die Jugend ein großes Vorbild. Er besuchte die abgelegenen Dörfer in seiner Mission mit dem Boot. Er war ein eifriger Missionar, dem nichts zu viel war.

Pater Roda betete gerade in der Kapelle der Notre Dame-Schule, als am 15. Januar 2008 zehn schwer bewaffnete muslimische Abu-Sayyaf-Kämpfer in die Kapelle eindrangen und ihn hinaus schleiften, und ihn erschossen.

Pater Franz Bänsch OMI

Sein Leben:

Franz Bänsch wurde am 21. März 1899 in Großenhain geboren und am 5. Juli 1925 zum Priester geweiht. Vom 13. Januar 1935 bis zum Jahr 1957 war er Pfarrer in St. Paulus in Dresden-Plauen. Er gehörte zur Gemeinschaft der Oblaten und war von 1935 bis 1945 als Gefängnisseelsorger in der Richtstätte des Dritten Reiches am Münchner Platz in Dresden tätig, die zu seinem Pfarrgebiet gehörte. Er starb im Altervon 62 Jahren am 08. April 1961. 

 

Oblatenfriedhof im Nikolauskloster

„Der Mensch, den wir lieben, ist nicht mehr da, wo er war, aber überall, wo wir sind und seiner gedenken.“  (hl. Augustinus)

Seit dem Jahr 1905 leben und arbeiten wir Patres und Brüder der Gemeinschaft der Oblaten M. I. hier im Nikolauskloster.

Hier auf dem Oblatenfriedhof werden bis heute diejenigen Mitbrüder beerdigt, die während ihrer Zeit im Nikolauskloster verstorben sind.

Für unsere Hausgemeinschaft ist dies ein Ort des aktiven Gedenkens und hier fühlen wir uns mit den Generationen vor uns verbunden. Hier gedenken wir unserer Verstorbenen im Gebet , die wie wir an die Auferstehung der Toten und das Leben glauben.

Wir sind Ihnen sehr dankbar, wenn Sie die Würde des Ortes respektieren und sich mit uns im Gebet für die Verstorbenen im Gebet verbinden.

Kreuzweg verbindet

Kann man von einem Kreuzweg begeistert sein? Einem Weg von der Verurteilung bis zur Kreuzigung, der von Leid und Tod erzählt? Kann ein solcher Weg Generationen verbinden? Unser Kreuzweg zeigt, dass dies möglich ist, denn er spricht sehr viele an, von den Kindern bis zu den älteren Leuten.

Am 24. März 2013, wurde das moderne Kunstwerk und Glaubenszeugnis eingeweiht und gesegnet.

Durch fleißige ehrenamtliche Helfer, hat die Anbringung der Stationen nur einige Wochen gedauert. Zudem wurde ein Weg gepflastert, um das Kunstwerk auch für Rollstuhlfahrer und Rollatoren zugänglich zu machen. Einige Bänke laden ferner zum Verweilen ein.

Gestiftet wurden die Bronzebilder von der Ordensleitung in Mainz. Die leicht plastischen Kreuzwegstationen, die zuvor ihren Platz im Oblatenkloster Biberach hatten, wurden von dem mehrfach ausgezeichneten und renommierten Künstler Joseph Krautwald erschaffen.

Ist der Kreuzweg auch modern, so fügt er sich harmonisch in sein historisches Umfeld ein, eine alte Mauer aus dem Jahre 1722. Angebracht sind die Stationen in Nischen, die vermutlich früher bereits einen Kreuzweg beherbergt haben und somit nun ihre Funktion wiederfinden.

In den 14 Stationen unseres Kreuzweges kann sich jeder wiederfinden und eine innere Beziehung zu dem Leidensweg Jesu herstellen. Der Kreuzweg in unserer Oase soll ein besonderer Ort sein, ein Ort des Gebetes.

„Wenn wir den Kreuzweg beten, dann nehmen wir dabei nicht nur den Weg Jesu in den Blick, sondern immer auch die vielen leidvollen Wege und Geschehnisse, die vielen Kreuzwege, die Menschen auch heute noch gehen. Das steht grundsätzlich für die Seelsorge des Nikolausklosters.“ (Pater Felix Rektor)

Glaube

Die 14 Stationen des Kreuzweges bilden einen besonderen Ort in unserer Oase: ein Ort des Gebetes, der zudem einlädt zum Verweilen und Meditieren.

Wenn wir den Kreuzweg beten, dann nehmen wir dabei nicht nur den Weg Jesu in den Blick, sondern immer auch die vielen leidvollen Wege und Geschehnisse, die vielen Kreuzwege, die Menschen auch heute noch gehen. Das steht grundsätzlich für die Seelsorge des Nikolausklosters. Jeder kann sich hier wiederfinden und eine innere Beziehung zu dem Leidensweg Jesu herstellen.

Die Darstellungen der Szenen sind voller Bewegung und Dynamik.

Gottes verzeihende Liebe wird in allen Stationen sichtbar. Sehr innige Begegnungen werden dargestellt: Eine rassige Frau, Veronika, nähert sich Jesus, das Schweißtuch in der Hand. Der Bauer Simon aus Zyrene lässt Jesus unter der Last des schweren Kreuzes aufatmen.

Klassisch endet der Kreuzweg mit einer Schmerzensmutter, die den Leib ihres getöteten Sohnes auf dem Schoß hält. Die letzte Bronzetafel verweist schließlich auf die Auferstehung, das Leben nach dem Tod und somit auf Gott.

Kunstwerk

Mehrere Wochen dauerte die Anbringung der Stationen, die fleißige ehrenamtliche Helfer verrichteten.

Gestiftet wurden die Bronzebilder von der Ordensleitung der Oblaten in Mainz. Die leicht plastischen Kreuzwegstationen, die zuvor ihren Platz im Oblatenkloster Biberach hatten, erschuf der mehrfach ausgezeichnete und renommierte Künstler Joseph Krautwald.

Ist der Kreuzweg auch modern, fügt er sich dennoch harmonisch in sein historisches Umfeld ein, eine alte Mauer aus dem Jahre 1722. Angebracht sind die Stationen in Nischen, die vermutlich bereits früher einen Kreuzweg beherbergt haben und somit nun ihre Funktion wiederfinden.